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May 11, 2026

Können Zahnimplantate Karies bekommen?

Können Zahnimplantate Karies bekommen?

Zahnimplantate können keine Karies bekommen wie natürliche Zähne. Karies entsteht, wenn Bakterien im Mund Säuren produzieren, die den Zahnschmelz natürlicher Zähne angreifen und schädigen. Da Zahnimplantate aus künstlichen Materialien wie Titan und Keramik bestehen, enthalten sie keinen Schmelz und können daher nicht verfaulen. Dies ist einer der großen Vorteile von Zahnimplantaten im Vergleich zu natürlichen Zähnen.

Auch wenn das Implantat selbst keine Karies entwickeln kann, bedeutet dies nicht, dass es völlig immun gegen Zahnprobleme ist. Das umliegende Zahnfleisch und der Knochen sind natürliche Gewebe und können sich infizieren oder entzünden, wenn die Mundhygiene nicht ausreichend ist. Dieser Zustand wird Periimplantitis genannt und ist eine der schwerwiegendsten Komplikationen bei Zahnimplantaten.

Periimplantitis tritt auf, wenn Plaque und Bakterien sich um das Implantat ansammeln und das Zahnfleisch reizen. Mit der Zeit kann sich die Infektion tiefer in den den Implantat stützenden Knochen ausbreiten. Wird sie nicht früh behandelt, kann sie zu Knochenverlust und schließlich zum Lockern oder vollständigen Versagen des Implantats führen. In vielerlei Hinsicht ähnelt die Periimplantitis der Parodontitis bei natürlichen Zähnen.

Aufgrund dieses Risikos ist die Pflege von Zahnimplantaten extrem wichtig. Manche Menschen denken fälschlicherweise, dass sie keine regelmäßige Zahnpflege benötigen, nur weil Implantate keine Karies bekommen können. Tatsächlich brauchen Implantate hervorragende Mundhygiene-Gewohnheiten, um langfristig gesund und erfolgreich zu bleiben.

Zahnärzte empfehlen meist, mindestens zweimal täglich mit einer weichen Zahnbürste und einer nicht-abrasiven Zahnpasta zu putzen. Tägliches Zahnseidebenutzen ist ebenfalls essenziell, da es Plaque und Speisereste aus Bereichen entfernt, die die Bürste allein nicht erreicht. Manche Patienten profitieren auch von speziellen Reinigungsgeräten wie Interdentalbürsten oder Mundduschen.

Regelmäßige Zahnarztbesuche sind ein weiterer wichtiger Teil der Implantatpflege. Dabei kann der Zahnarzt professionell um das Implantat herum reinigen und das Zahnfleisch auf Entzündungs- oder Infektionszeichen untersuchen. Früherkennung von Problemen verhindert später schwerwiegendere Komplikationen. Die meisten Patienten mit Zahnimplantaten sollten alle sechs Monate zur Kontrolle.

Lebensgewohnheiten können die Gesundheit von Implantaten ebenfalls beeinflussen. Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für Implantatkomplikationen, da es die Durchblutung des Zahnfleisches verringert und die Heilung verzögert. Raucher haben ein höheres Risiko für Infektionen und Implantatversagen als Nichtraucher.

Zähneknirschen oder Pressen kann übermäßigen Druck auf Implantate ausüben. Obwohl Implantate sehr stabil sind, kann zu viel Kraft über die Zeit die Krone beschädigen oder den umliegenden Knochen beeinträchtigen. Zahnärzte empfehlen bei nächtlichem Knirschen oft eine individuelle Aufbissschiene.

Die auf dem Implantat befestigte Krone kann ebenfalls keine Karies bekommen, kann aber bei mangelnder Pflege verschleißen, Risse bekommen oder beschädigt werden. Patienten sollten daher Gewohnheiten wie Eis kauen, Packungen mit den Zähnen öffnen oder sehr harte Gegenstände beißen vermeiden.

Zusammenfassend können Zahnimplantate selbst keine Karies bekommen, da sie aus künstlichen Materialien statt aus natürlichem Zahnschmelz bestehen. Das umliegende Zahnfleisch und der Knochen können jedoch bei schlechter Mundhygiene Infektionen entwickeln. Richtiges Putzen, Zahnseide, regelmäßige Zahnarztbesuche und gesunde Gewohnheiten sind essenziell, damit Zahnimplantate gesund und langlebig bleiben.

Dr. Rifat Alsaman
Dr. Rifat Alsaman

Dr. Rifat Alsaman verfügt über mehr als 5 Jahre klinische Erfahrung und ist derzeit Leiter des medizinischen Teams der Vitrin Clinic.

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