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June 3, 2026

Können Parodontose und Zahnfleischerkrankungen rückgängig gemacht werden?

Können Parodontose und Zahnfleischerkrankungen rückgängig gemacht werden?

Ob eine parodontale Erkrankung rückgängig gemacht werden kann, hängt ganz davon ab, wie weit der Zustand bereits fortgeschritten ist.

In der frühesten Phase, der sogenannten Gingivitis (Zahnfleischentzündung), ist die Erkrankung in der Regel vollständig umkehrbar (reversibel). Eine Gingivitis entsteht, wenn sich Plaque und Bakterien entlang des Zahnfleischrandes ansammeln und zu Rötungen, Schwellungen sowie Zahnfleischbluten beim Bürsten oder der Verwendung von Zahnseide führen. In diesem Stadium beschränkt sich der Schaden rein auf das Zahnfleisch und hat den darunter liegenden Knochen oder das Haltegewebe des Zahns noch nicht angegriffen. Mit einer professionellen Zahnreinigung, verbesserten Putzgewohnheiten zu Hause und regelmäßigen Kontrollen kann das Zahnfleisch oft innerhalb weniger Wochen wieder in einen vollkommen gesunden Zustand versetzt werden.

Sobald die Erkrankung jedoch in eine Parodontitis übergeht, ist sie im Allgemeinen nicht mehr vollständig rückgängig zu machen. Eine Parodontitis liegt vor, wenn sich die Entzündung tiefer unter den Zahnfleischrand ausbreitet und zu einer Zerstörung des Kieferknochens und des Gewebes führt, die die Zähne stützen. Der bereits eingetretene Knochen- und Gewebeabbau kann sich natürlicherweise nicht wieder regenerieren. Obwohl der Schaden nicht komplett rückgängig gemacht werden kann, lässt sich die Erkrankung oft erfolgreich stoppen und kontrollieren, um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern.

Die Behandlung einer Parodontitis beginnt typischerweise mit dem sogenannten Scaling und Root Planing (geschlossene Parodontitistherapie), einer Tiefenreinigung, bei der Plaque, Zahnstein und Bakterien tief unter dem Zahnfleischrand und von den Zahnwurzeln entfernt werden. In fortgeschritteneren Fällen können zusätzliche Maßnahmen wie eine Antibiotikatherapie, Laserbehandlungen oder parodontalchirurgische Eingriffe (offene Parodontitistherapie) erforderlich sein. Einige Patienten können auch von regenerativen Verfahren wie Knochenaufbau (Knochenimplantate) oder Gewebetransplantationen profitieren, die dabei helfen, einen Teil der verloren gegangenen Strukturen um die Zähne herum wieder aufzubauen.

Eine frühzeitige Diagnose ist von enormer Bedeutung, da sich Parodontalerkrankungen meist schleichend entwickeln und oft erst dann stärkere Schmerzen verursachen, wenn bereits erhebliche Schäden entstanden sind. Typische Warnzeichen sind blutendes Zahnfleisch, anhaltender Mundgeruch, Zahnfleischrückgang, empfindliche Zähne, lockere Zähne oder eine Veränderung des Zusammenbisses.

Eine gründliche Mundhygiene spielt eine entscheidende Rolle – sowohl bei der Heilung einer Gingivitis als auch bei der Kontrolle einer Parodontitis. Zweimal tägliches Zähneputzen, regelmäßige Zahnseide (oder Interdentalbürsten), die Verwendung antibakterieller Mundspülungen (falls empfohlen) und die Wahrnehmung regelmäßiger Zahnreinigungen senken das Risiko eines Fortschreitens der Krankheit drastisch. Lebensstilfaktoren wie Rauchen, ein unkontrollierter Diabetes mellitus, mangelhafte Ernährung und chronischer Stress können das Risiko und den Schweregrad von Parodontalerkrankungen ebenfalls erheblich erhöhen.

Viele Menschen nehmen an, dass Zahnfleischbluten normal sei, aber es ist fast immer eines der ersten Anzeichen einer beginnenden Erkrankung. Eine professionelle zahnärztliche Behandlung beim ersten Auftreten von Symptomen kann den Ausgang der Therapie maßgeblich positiv beeinflussen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Gingivitis durch die richtige Behandlung und Mundhygiene meist vollständig geheilt werden kann, während eine Parodontitis aufgrund des dauerhaften Schadens an Knochen und Haltegewebe nicht komplett rückgängig zu machen ist. Dennoch kann eine Parodontitis durch rechtzeitiges Eingreifen, fachgerechte Therapien und konsequente Nachsorge effektiv unter Kontrolle gehalten werden, was Patienten dabei hilft, ihre Zähne zu erhalten und die Mundgesundheit langfristig zu sichern.

Dr. Rifat Alsaman
Dr. Rifat Alsaman

Dr. Rifat Alsaman verfügt über mehr als 5 Jahre klinische Erfahrung und ist derzeit Leiter des medizinischen Teams der Vitrin Clinic.

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