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June 4, 2026

Kann man eine Parodontalerkrankung rückgängig machen?

Kann man eine Parodontalerkrankung rückgängig machen?

Ob eine Parodontalerkrankung rückgängig gemacht werden kann, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Eine Parodontalerkrankung im Frühstadium, die als Gingivitis bekannt ist, kann in der Regel vollständig rückgängig gemacht werden. Eine fortgeschrittene Parodontalerkrankung (Parodontitis) kann jedoch nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden, obwohl sie erfolgreich behandelt und kontrolliert werden kann.

Eine Parodontalerkrankung beginnt, wenn sich Plaque und Bakterien auf den Zähnen und entlang des Zahnfleischrandes ansammeln. Diese bakterielle Ansammlung reizt das Zahnfleisch und verursacht Entzündungen, Rötungen, Schwellungen und Blutungen. Im Stadium der Gingivitis betrifft die Infektion nur das Zahnfleischgewebe und hat den Knochen oder das Bindegewebe, das die Zähne stützt, noch nicht geschädigt. Da noch keine dauerhaften strukturellen Schäden aufgetreten sind, können professionelle Zahnreinigungen in Kombination mit einer guten Mundhygiene das Zahnfleisch oft wieder in einen gesunden Zustand versetzen.

Die Situation ändert sich, wenn eine Gingivitis zu einer Parodontitis fortschreitet. In diesem Stadium breitet sich die Infektion unter das Zahnfleisch aus und beginnt, das Parodontalligament (Wurzelhaut) und den Alveolarknochen, die die Zähne an ihrem Platz halten, zu zerstören. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung bilden sich Taschen zwischen dem Zahnfleisch und den Zähnen, wodurch Räume entstehen, in denen sich schädliche Bakterien vermehren können. Im Laufe der Zeit kann dieser Prozess zu Zahnfleischrückgang, Knochenverlust, lockeren Zähnen und schließlich zum Zahnverlust führen, wenn er unbehandelt bleibt.

Der Grund, warum eine Parodontitis nicht als reversibel gilt, liegt darin, dass der Körper den bereits verlorenen Knochen und die Stützstrukturen nicht auf natürliche Weise regenerieren kann. Sobald dieses Gewebe zerstört ist, wächst es in der Regel nicht mehr von selbst nach. Daher können selbst nach einer erfolgreichen Behandlung noch Anzeichen früherer Schäden vorhanden sein.

Dennoch können moderne parodontale Behandlungen das Fortschreiten der Erkrankung sehr effektiv aufhalten und die Mundgesundheit verbessern. Eine der häufigsten Behandlungen ist das Scaling und Root Planing, oft auch als Tiefenreinigung bezeichnet. Dieses Verfahren entfernt Plaque, Zahnstein und Bakterien von unterhalb des Zahnfleischrandes und glättet die Zahnwurzeln, damit das Zahnfleisch heilen und sich wieder enger an die Zähne anlegen kann. In vielen Fällen gehen die Entzündungen nach der Behandlung deutlich zurück und die Parodontaltaschen werden flacher.

Bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung kann ein Parodontologe chirurgische Eingriffe empfehlen. Eine Flep-Operation (offene Kürettage) kann Zugang zu tief sitzenden Infektionsherden bieten, während regenerative Behandlungen wie Knochenaufbau, Gewebetransplantate und die gesteuerte Geweberegeneration dazu beitragen können, einige der durch die Parodontitis verlorenen Strukturen wieder aufzubauen. Obwohl diese Verfahren den Halt um die Zähne herum verbessern können, stellen sie das Gewebe in der Regel nicht wieder in seinem exakten Originalzustand her.

Das langfristige Management ist ein entscheidender Bestandteil der parodontalen Behandlung. Patienten, die eine hervorragende Mundhygiene pflegen und regelmäßig den Zahnarzt aufsuchen, erzielen oft über viele Jahre hinweg stabile Ergebnisse. Zweimal tägliches Zähneputzen, tägliche Zahnseide, die Verwendung antimikrobieller Mundspülungen bei Bedarf und die Planung regelmäßiger Termine zur parodontalen Erhaltungstherapie können das Risiko eines weiteren Fortschreitens der Erkrankung erheblich senken.

Mehrere Faktoren können die Behandlungsergebnisse beeinflussen. Das Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren, da es die Heilung beeinträchtigt und die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens der Erkrankung erhöht. Ein schlecht eingestellter Diabetes, mangelnde Mundhygiene, genetische Faktoren, Stress und bestimmte Medikamente können ebenfalls zu anhaltenden parodontalen Problemen beitragen. Das Einwirken auf diese Risikofaktoren kann die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung verbessern.

Die Früherkennung bleibt einer der wichtigsten Aspekte der parodontalen Betreuung. Je früher eine Parodontalerkrankung erkannt and behandelt wird, desto mehr Stützgewebe kann erhalten werden. Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen ermöglichen es den Ärzten, die Zahnfleischgesundheit zu überwachen, die Tiefe der Parodontaltaschen zu messen und Anzeichen der Erkrankung zu erkennen, bevor schwere Schäden entstehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Gingivitis in der Regel reversibel ist, eine Parodontitis jedoch nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden kann, sobald ein Knochen- und Gewebeverlust eingetreten ist. Dennoch kann eine Parodontitis durch professionelle Pflege und eine konsequente Mundhygiene oft effektiv behandelt und kontrolliert werden. Mit dem richtigen Behandlungsplan und fortlaufender Erhaltungstherapie sind viele Patienten in der Lage, ihre natürlichen Zähne zu bewahren und trotz einer Parodontitis in der Vorgeschichte eine langfristige Mundgesundheit zu genießen.

Dr. Rifat Alsaman
Dr. Rifat Alsaman

Dr. Rifat Alsaman verfügt über mehr als 5 Jahre klinische Erfahrung und ist derzeit Leiter des medizinischen Teams der Vitrin Clinic.

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