Audience FAQs

May 31, 2026

Beeinflussen metallische Zahnkronen eine MRT-Untersuchung?

Beeinflussen metallische Zahnkronen eine MRT-Untersuchung?

Metallische Zahnkronen verhindern in der Regel keine MRT-Untersuchung und stellen in den meisten Fällen kein Sicherheitsrisiko dar. Sie können jedoch manchmal leichte Bildartefakte (Verzerrungen) verursachen, die die Qualität der MRT-Bilder im Bereich um den Mund herum beeinträchtigen können.

Um dies besser zu verstehen, ist es hilfreich zu wissen, wie eine MRT funktioniert. Die Magnetresonanztomographie (MRT) nutzt ein sehr starkes Magnetfeld und Radiowellen, um detaillierte Bilder von Weichteilen im Körperinneren zu erstellen. Im Gegensatz zu CT-Untersuchungen oder Röntgenaufnahmen nutzt die MRT keine ionisierende Strahlung. Aufgrund des starken Magneten besteht die Hauptsorge bei jeglichem Metall im Körper darin, ob es ferromagnetisch ist (stark von Magneten angezogen wird), was dazu führen könnte, dass es sich bewegt, erhitzt oder das Magnetfeld verzerrt.

Die meisten modernen Zahnkronen bestehen aus Materialien wie Metallkeramik (PFM), Goldlegierungen, Titan oder Materialien auf Keramikbasis. Der entscheidende Punkt ist, dass die in Kronen verwendeten dentalen Metalle typischerweise nicht-ferromagnetisch oder nur schwach magnetisch sind. Das bedeutet, dass sie sich in einem MRT-Scanner nicht bewegen oder gefährlich werden. Daher dürfen Patienten mit Zahnkronen routinemäßig ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen MRT-Untersuchungen durchführen lassen.

Obwohl die Sicherheit in der Regel kein Problem darstellt, sind Bildverzerrungen dennoch möglich. Metallgegenstände können das Magnetfeld stören und sogenannte Suszeptibilitätsartefakte verursachen. Diese Artefakte können als dunkle oder verzerrte Bereiche auf den MRT-Bildern erscheinen. Wenn der Scan auf den Kopf, den Kiefer oder das Gehirn gerichtet ist, kann eine Metallkrone – insbesondere eine aus bestimmten Legierungen – die Bildklarheit in der Nähe des Mundes oder des unteren Gesichtsfeldes leicht verringern. Dies betrifft nicht den gesamten Scan, kann aber kleine Details in nahegelegenen Strukturen verdecken.

Das Ausmaß der Verzerrung hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Art des Metalls, die Größe der Krone und die Stärke des MRT-Geräts (z. B. 1,5-Tesla- vs. 3-Tesla-Scanner). Leistungsstärkere MRT-Geräte neigen dazu, auffälligere Artefakte durch Metallgegenstände zu erzeugen. Keramikkronen, Zirkonoxidkronen und moderne metallfreie Restaurationen verursachen in der Regel kaum oder gar keine Verzerrungen, was sie MRT-freundlicher macht.

In seltenen Fällen haben Patienten möglicherweise ältere zahnärztliche Arbeiten, die Materialien mit höherer magnetischer Suszeptibilität enthalten. Selbst dann betrifft das Risiko hauptsächlich die Bildqualität und nicht die Sicherheit. Radiologen sind darauf geschult, diese Artefakte bei der Interpretation von Scans zu erkennen und auszugleichen.

Es ist immer wichtig, den MRT-Assistenten oder Arzt vor dem Scan über alle zahnärztlichen Arbeiten, Implantate oder Metalle in Ihrem Körper zu informieren. Dies ermöglicht es ihnen, bei Bedarf die Bildeinstellungen anzupassen oder alternative Bildgebungsverfahren zu wählen, falls der Zielbereich stark beeinträchtigt ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass metallische Zahnkronen bei MRT-Untersuchungen sicher sind und in der Regel keine Schäden oder Bewegungen verursachen. Das einzige potenzielle Problem ist eine geringfügige Verringerung der Bildqualität in der Nähe des Mundes oder Kiefers, abhängig von der Art des verwendeten Metalls. Bei den meisten Patienten beeinträchtigt dies den diagnostischen Nutzen der MRT nicht.

Dr. Rifat Alsaman
Dr. Rifat Alsaman

Dr. Rifat Alsaman verfügt über mehr als 5 Jahre klinische Erfahrung und ist derzeit Leiter des medizinischen Teams der Vitrin Clinic.

Diesen Beitrag teilen

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Verwandte Beiträge