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June 8, 2026

Wie wird Parodontitis behandelt?

Wie wird Parodontitis behandelt?

Die Diagnose Parodontitis kann einschüchternd sein, besonders wenn man erfährt, dass bereits Knochenabbau und Zahnfleischtaschen entstanden sind. Die klinische Realität ist jedoch weitaus ermutigender, als es die Erstdiagnose vermuten lässt. Selbst mittelschwere bis schwere Parodontitis spricht gut auf die Behandlung an, wenn diese korrekt, in der richtigen Reihenfolge und gefolgt von einem strukturierten Erhaltungsprogramm durchgeführt wird. Das Ziel ist nicht, Symptome zu unterdrücken, sondern biologische Stabilität zu erreichen: entzündungsfreies Zahnfleisch, reduzierte Taschen und ein stabiler Knochenlauf.

Schritt 1: Präzise Diagnostik und Stadieneinteilung

Eine effektive Behandlung beginnt mit einer exakten Diagnose. Eine gründliche parodontale Untersuchung umfasst einen vollständigen Parodontalstatus (sechs Messungen pro Zahn), bei dem Sondierungstiefe, Blutung auf Sondieren (BOP), Furkationsbefall und Zahnlocksichkeit dokumentiert werden, kombiniert mit einer röntgenologischen Beurteilung des Knochenniveaus. Das 2018 von der AAP eingeführte Klassifikationssystem teilt Parodontitis nach Schweregrad (Stadien I–IV) und Progressionsrate sowie systemischen Risikofaktoren (Grade A, B, C) ein. Diese Einstufung bestimmt direkt die Komplexität des Behandlungsübergangs.

Schritt 2: Patientenaufklärung und Modifikation von Risikofaktoren

Keine professionelle Intervention bringt dauerhafte Ergebnisse, wenn die häuslichen Pflegegewohnheiten und veränderbaren Risikofaktoren des Patienten nicht zuerst angegangen werden. In dieser Phase überprüft Ihr Parodontologe die richtigen Putz- und Interdentalreinigungstechniken, thematisiert Risikofaktoren wie Rauchen, Blutzuckerkontrolle, zahnfleischwirksame Medikamente sowie Stress und formuliert realistische Erwartungen an das Behandlungsergebnis.

Dies ist keine Formsache. Studien zeigen, dass Patienten, die vor der eigentlichen Therapie eine hohe Plaquekontrolle erreichen, deutlich besser ansprechen. Bakterien, die Sie nicht täglich entfernen, reinfizieren jede vom Behandler dekontaminierte Tasche sofort wieder.

Schritt 3: Konservative Parodontaltherapie (Scaling und Root Planing - SRP)

Für die meisten Patienten ist die erste aktive Phase nicht-chirurgisch: das systematische Scaling und Root Planing (SRP), auch als subgingivale Kürettage oder Tiefenreinigung bezeichnet. Unter lokaler Anästhesie da dieses Verfahren weit unter den sichtbaren Zahnfleischrand reicht nutzt der Behandler Handinstrumente (Küretten) und/oder Ultraschallgeräte, um:

• Alle supra- und subgingivalen Konkremente (Zahnstein) zu entfernen

• Den bakteriellen Biofilm mechanisch von den Wurzeloberflächen zu entfernen

• Die Wurzeloberfläche zu glätten (Root Planing), um eine bakterielle Wiederanheftung zu erschweren und die Gewebeadaptation zu erleichtern

SRP wird meist in zwei bis vier Sitzungen quadrantenweise durchgeführt und führt bei der Mehrheit der Patienten zu signifikanten Verbesserungen: Die Sondierungstiefen sinken, Blutungen versiegen и eine chirurgische Intervention wird oft überflüssig. Eine Reevaluation erfolgt acht bis zwölf Wochen nach Abschluss, um die Gewebereaktion vor den nächsten Schritten zu prüfen.

Schritt 4: Chirurgische Parodontaltherapie (Falls indiziert)

Bei Stellen, die nicht ausreichend auf die konservative Therapie ansprechen typischerweise verbleibende Taschen von 5 mm oder mehr mit anhaltender Blutung, ermöglicht ein chirurgischer Eingriff den Zugang zu Bereichen, die von oben nicht effektiv erreicht werden können.

Parodontale Open-Flap-Chirurgie (Lappenoperation / Osseäre Chirurgie) Das Zahnfleisch wird unter örtlicher Betäubung vorsichtig gelöst (abgeklappt), um Wurzeloberflächen und den darunter liegenden Knochen direkt freizulegen. Dies erlaubt eine gründliche Reinigung verbliebener Ablagerungen, die Glättung unregelmäßiger Knochendefekte (OSTEOPLASTIK) und eine präzise Repositionierung des Zahnfleischs zur Taschenreduktion. Der verbesserte Zugang erzielt eine Dekontamination, die nicht-chirurgisch in tiefen, anatomisch komplexen Arealen unmöglich ist.

Regenerative Verfahren In ausgewählten Fällen mit vertikalen (einwandigen/mehrwandigen) Knochendefekten kann während des Eingriffs eine gesteuerte Geweberegeneration (GTR) mittels Barriere-Membranen und Knochenersatzmaterialien durchgeführt werden. Ziel ist die Regeneration des verlorenen Zahnhalteapparates (Knochen, Zement und Desmodont). Nicht jeder Defekt ist geeignet; Lage, Morphologie und Tiefe des Defekts sowie Plaquekontrolle und Raucherstatus des Patienten entscheiden über die Indikation.

Lasergestützte Parodontalchirurgie Lasertechnologien wie das LANAP-Protokoll bieten eine minimalinvasive chirurgische Alternative, die die Tasche mit Laserenergie dekontaminiert, anstatt das Zahnfleisch physisch weitz abzuklappen. Die Laserchirurgie geht meist mit einer schnelleren Heilung und weniger postoperativen Beschwerden einher, ist jedoch nicht universell bei allen Defektarten anwendbar.

Schritt 5: Antimikrobielle Begleittherapie

Bei aggressiven oder generalisierten Formen oder bei Patienten, deren Erkrankung nicht wie erwartet auf die rein mechanische Therapie anspricht, können antimikrobielle Hilfsmittel integriert werden:

• Lokale Wirkstoffabgabe: Antibiotische Chips oder Gele (z. B. Minocyclin-Mikrosphären, Chlorhexidin-Chips), die nach dem SRP direkt in die verbleibenden Taschen eingebracht werden, reduzieren die Bakterienzahl an resistenten Stellen ohne systemische Belastung.

• Systemische Antibiotika: Spezifische Antibiotikakombinationen (meist Amoxicillin und Metronidazol) werden unterstützend bei generalisierter Parodontitis der Stadien III/IV oder Grad C eingesetzt immer nur in Kombination mit mechanischem Debridement, niemals als alleinige Therapie.

Schritt 6: Unterstützende Parodontitistherapie (Lebenslange Nachsorge)

Die aktive Behandlung bringt die Erkrankung unter Kontrolle. Die Nachsorge bewahrt diesen Zustand. Nach Abschluss der aktiven Phase wechseln Patienten in ein strukturiertes Unterstützungsprogramm (UPT) mit Terminen alle drei bis vier Monate in den ersten ein bis zwei Jahren, die sich bei dokumentierter Stabilität auf alle vier bis sechs Monate anpassen lassen.

Bei jedem UPT-Termin wird der Parodontalstatus neu bewertet, um Rezidive frühzeitig zu erkennen. Eine professionelle Reinigung entfernt neuen Plaque und Zahnstein, die häusliche Pflege wird kontrolliert/optimiert und Risikofaktoren (Rauchen, Allgemeinerkrankungen) werden überwacht.

Patienten, die sich an ein striktes UPT-Protokoll halten, verlieren über 5, 10 и 20 Jahre signifikant weniger Zähne als Patienten, die nach der aktiven Phase zur normalen jährlichen Kontrolle zurückkehren. Die Erhaltungstherapie ist nicht optional; sie entscheidet maßgeblich über den langfristigen Erfolg.

Ihr Lächeln verdient Expertenpflege

In der Vitrin Klinik in Istanbul kombinieren unsere spezialisierten Parodontologen modernste Technologie mit personalisierten Behandlungsplänen, um Ihnen zu optimaler Zahnfleischgesundheit zu verhelfen von einem einzelnen Besuch bis hin zur kompletten Transformation Ihres Lächelns.

Dr. Rifat Alsaman
Dr. Rifat Alsaman

Dr. Rifat Alsaman verfügt über mehr als 5 Jahre klinische Erfahrung und ist derzeit Leiter des medizinischen Teams der Vitrin Clinic.

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